Hors concours - ohne Konkurrenz: Die einzigartigen Sancerre von Alphonse Mellot sind NEU bei MASTERWEIN
»Wo Liebe und Können zusammenwirken, darf man ein Meisterwerk erwarten«,
so der englische Kunsthistoriker John Ruskin (1819-1900).
Auf dem Weingut Alphonse Mellot in Sancerre wirken die Liebe zur Natur, zum Boden, zur Rebe sowie das Können, also das Winzerhandwerk, wunderbar zusammen. Das erwartete Meisterwerk: Sauvignon Blanc und Pinot Noir „hors concours“ – ohne Konkurrenz.
19 Generationen einer Familie
Die Geschichte der Familie Mellot als Winzer und Weinhändler lässt sich bis 1513 zurückverfolgen. Drei Beispiele zur Einordnung dieser Jahreszahl in die entsprechende Epoche: Zur gleichen Zeit regiert Kaiser Maximilian I. das Römisch-Deutsche Reich, der spanische Konquistador Vasco Nuñez de Balboa überquert die Landenge von Panama und erreicht den Pazifik, Albrecht Dürer sticht „Ritter, Tod und Teufel“ in Kupfer.
1698 wird César Mellot vom „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. sogar zum offiziellen Weinberater ernannt. 1881 verkauft die Familie Mellot Wein nicht nur in allen Regionen Frankreichs, sondern bereits weltweit.
Seit mehr als 500 Jahren also schreibt die Familie Mellot an der Weinbauhistorie von Sancerre mit. Während dieser langen Zeit hat sie wesentlich dazu beigetragen, das 1.400-Seelen-Dorf in der internationalen Weinwelt bekannt zu machen. Nicht umsonst wird die Stellung des Weinguts Alphonse Mellot in Sancerre häufig so beschrieben: „hors concours“ – ohne Konkurrenz.
Alphonse aus der 18. Familiengeneration war Anfang der 1980er-Jahre nicht nur Winzer, sondern auch einer der größten Weinhändler in Sancerre. Damals erkannte und entschied er: Die Zukunft des Weinguts liege nicht im Handel. Also schränkte er diesen ab 1983 deutlich ein, um sich voll und ganz auf die Produktion zu konzentrieren. Er wollte nicht einfach gefälligen Sauvignon Blanc machen, sondern terroirgeprägten Sancerre. Er stellte die Weichen in Richtung Top-Qualität und etablierte das Weingut unter den Spitzenproduzenten der Region.
Heute wird der Betrieb von der 19. Familiengeneration geführt: Alphonse Mellot jun. und seine Frau Hélène. „Ich arbeite auf dem Weingut mit, seit ich zwölf war“, sagt der 1969 Geborene. Seine erste Ernte brachte er 1990 ein – im zarten Alter von 21. Nach Abschluss des Weinbaustudiums in Bordeaux, Dijon und Montpellier kehrte er endgültig auf das Familienweingut zurück. Sein damals gesundheitlich angeschlagener Vater überließ ihm nolens volens die Hauptverantwortung des Betriebes. Aus heutiger Sicht: zum Vorteil.
Pas trop boisé
Für die 19. Generation einer alteingesessenen Winzerdynastie gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Alles beim Alten lassen und dort nahtlos weitermachen, wo der Vater aufgehört hat.
- Alles an einen Großkonzern verkaufen und das Geld verprassen.
- Auf der Basis der Erfahrung und Arbeit von 18 Generationen nach vorne blicken, belassen, was gut ist, ändern, was verbesserungswürdig ist.
Wer Alphonse Mellot – den 19. seines Namens – einmal einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitet, ihm zugesehen, zugehört und das von ihm Geschaffene gesehen hat, ahnt: Option 2 stand für ihn nie zur Diskussion. Aber auch Option 1 entsprach nicht seiner Natur, seiner Persönlichkeit, seinem Charakter. Blieb Option 3.
Pointiert und – nur ein bisschen – übertrieben, erläutert uns Alphonse die drei Grundregeln für sein persönliches „Coming of Age“, sein Erwachsenwerden auf dem Familienweingut, unter den Augen eines Vaters, der bereits für großartige (Weiß)Weine bekannt war:
- Überflügle den Vater!
- Mache einen muskulösen (Rot)Wein!
- Nimm dabei viel Holz!
Dazu muss man wissen, dass der Vater keinen allzu großen Wert weder auf Pinot Noir noch auf „viel Holz“ legte. Aber der Junior wollte dem Senior beweisen, welche Qualität bei Rotwein im klassischen Weißweingebiet Sancerre (80 % der Anbaufläche gehören dem Sauvignon) möglich ist – und ließ sich tatsächlich zwei weitere Jahre Zeit, bis er nach seinem ersten Rot- auch seinen ersten Weißwein produzierte. Der Beweis ist gelungen: „Inzwischen ist mein Vater von unseren Rotweinen so überzeugt, dass er jeden Tag welchen trinkt!“
Seither sind 30 Jahre vergangen, Alphonse jun. ist längst „erwachsen“. In Bezug auf den Holzeinsatz hatte er nach der kurzen Phase des muskulösen Überflügelns bereits 2008/2009 eine große Wende eingeleitet. Heute sind die Weine deutlich subtiler, der Winzer selbst bezeichnet sie als „pas trop boisé“ (nicht zu holzig).
Einer der brillantesten Winzer seiner Generation
Alphonse – „Ich bin hyperaktiv, ich arbeite immer.“ – ging von Anfang an dynamisch ans Werk. Ab 1993 stellte er schrittweise und mit großem Aufwand auf biologische, später konsequenterweise auf biodynamische Bewirtschaftung um. Die Zertifizierung erfolgte 2003. Das Weingut zählt damit zu den Bio-Pionieren in der Region Sancerre. Biodynamische Bewirtschaftung geht Hand in Hand mit dem Terroirgedanken: Der naturnahe Weinbau bringt die Besonderheiten der einzelnen Weinberge in den Weinen noch klarer zum Ausdruck.
Charakteristisch für Mellot ist die wohl einzigartige Verbindung von Biodynamik und ausdifferenziertem, wohldosiertem, feinsinnigem Einsatz von -zig verschiedenen Arten von Holzfässern bei Vergärung und Reifung der Weiß- und Rotweine. Der junge Wilde von einst hat sich binnen drei Jahrzehnten zu einem der brillantesten Sancerre-Winzer seiner Generation entwickelt. Seine Weine sind geradlinig, kristallin, präzise, klar, bieten eine schöne Spannung und extreme Mineralität.
Nachsatz zur Familientradition der Mellots: Diese will, dass der älteste Sohn jeder Generation Alphonse heißt. Alphonse und seine Frau Hélène haben keinen Sohn, aber drei Töchter. Die Tradition ist dennoch gerettet: Das älteste der Mädchen heißt Alphonsine!
Das Weingut Alphonse Mellot – Zahlen & Fakten
• erste urkundliche Erwähnung: 1513
• Familienbetrieb in der nunmehr 19. Generation
• ca. 60 ha Rebfläche, 75 % Sauvignon, 25 % Pinot Noir
• biodynamische Produktion, zertifiziert seit 2003
• 30 ständige Mitarbeiter, während der Lese 120 bis 180
• Jahresproduktion rund 400.000 Flaschen
• Exportquote etwa 55 %
• bekannteste Lagen: La Moussière (90 % im Besitz von Mellot), Le Paradis, Les Romains, En Grand Champs, La Demoiselle
Biodynamik & akribische Handarbeit
Die biodynamisch bewirtschafteten Weinberge von Alphonse Mellot werden das ganze Jahr über aufwendig und vorbildlich gepflegt, schonend bearbeitet, mit Bio-Kompost und biodynamischen Präparaten zur Verbesserung der Bodenqualität und der Rebenvitalität versorgt.
Die Parzellen sind extrem dicht bepflanzt: Schreiben die Regeln in Sancerre mindestens 6.100 Reben pro Hektar vor, stehen in Mellots Weinbergen 10.000 bis 15.000 pro Hektar, in einigen sogar 20.000. Entsprechend niedrig ist die Erntemenge pro Rebstock, entsprechend hoch die Qualität der Trauben.
Die Parzellen sind extrem dicht bepflanzt: Schreiben die Regeln in Sancerre mindestens 6.100 Reben pro Hektar vor, stehen in Mellots Weinbergen 10.000 bis 15.000 pro Hektar, in einigen sogar 20.000. Entsprechend niedrig ist die Erntemenge pro Rebstock, entsprechend hoch die Qualität der Trauben.
Die Reben, manche davon schon 100 Jahre alt, werden teils im klassisches Guyot-System, teils im Cordon de Royat erzogen: Bei diesem System wachsen auf einem kurzen Stamm ein oder zwei Kordone mit je vier bis sechs Trieben, die sich bis zum Nachbarrebstock erstrecken. Der Cordon de Royat soll geringere Mengen und bessere Traubenqualität gewährleisten.
Die Lese erfolgt bei Mellot in akribischer Handarbeit, die Trauben laufen über Rüttelbänder, wo sie von zwölf bis 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern peinlich genau sortiert werden. Alle Weine Mellots gären spontan mit natürlichen Hefen in großen Holzfässern bzw. Holzgärständern, nur La Moussière Blanc gärt zu 50 % in Stahltanks. Zur Reifung legt Mellot die Weine in kleinere Holzgebinde verschiedener Formen und Größen. Nach der Assemblage und vor der Flaschenfüllung lagern die Cuvées zur besseren Integration noch ein Jahr in Stahl- oder Zementtanks. All dies mit dem Ziel, „den Weinen Komplexität, Struktur und Kraft, gleichzeitig Frische und Länge zu verleihen“, so Alphonse Mellot.
Monsieur Mellots Faible für Fässer
Mit dem Weinheber in der einen und dem Spuckeimer in der anderen Hand eilt er von Fass zu Fass. Der Mann legt ein gewöhnungsbedürftiges Tempo vor, als gelte es, die Tour de France zu gewinnen: Gemeinsam mit Alphonse Mellot verkosten wir die noch nicht abgefüllten Jahrgänge direkt aus dem Fass.
Ort des Geschehens: der zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert gebaute Keller des mitten im Dorf Sancerre liegenden Weinguts. Und was für ein Keller! Ein scheinbar end- und auswegloses Labyrinth aus Gängen, Räumen, Nischen, Treppen, Winkeln und Gewölben fordert unseren Orientierungssinn gewaltig heraus. Man hat den Eindruck, die Pariser Metro könne nicht komplexer sein, und ist zwischen Spucken, Schlucken, Gurgeln, Zuhören und Reden schwer damit beschäftigt, nicht den Sichtkontakt zum zwischen den Fässern herumwieselnden Winzer zu verlieren: Wer weiß, ob man allein und lebend je wieder hinausfinden würde?
Im Keller von Mellot wähnt man sich in den Showrooms der besten Tonnellerien Frankreichs. Eine derart große Vielfalt an Fassformen und -größen sieht man wohl kaum in einem anderen Weinkeller. Standard-Gebinde sind hier rar, die meisten Fässer lässt Alphonse nach seinen exakten Vorgaben maßfertigen – bei rund zehn verschiedenen Tonnellerien.
Hier stehen konisch nach oben oder unten zulaufende Gärbottiche neben 2.700-l-Foudre-Fässern und zigarrenförmigen 300-l-Fässern, deren Form jener der „Pipes“ in Portweinkellereien ähnelt. Auf unseren Einwand, dass diese Pipes wohl nicht traditionell in Sancerre seien, entgegnet Alphonse ebenso pointiert wie trocken: „Hier ist nichts traditionell.“
Bei unserem Rundgang stoßen wir auch auf Exemplare des „Pièce Bourguignonne“ mit 228 l und auf Barriques mit 253 l, die nach den Regeln des Goldenen Schnittes konstruiert und gebaut wurden. Es folgen große, quaderförmige Holzgebinde mit gerundeten Ecken. Im nächsten Kellerabteil stehen 1.300 l fassende Ton-Amphoren aus Italien, in der Nische dort drüben entdecken wir ein Holzfass in Eiform.
Und, als wäre dies alles noch nicht genug, wartet als Höhepunkt ein 1.500-l-Fass … in Kugelform! Alphonse hat dieses „GalileOak“ genannte Fass bei Seguin Moreau, einer der Top-Tonnellerien Frankreichs, fertigen lassen. „GalileOak“ ist eine Anspielung an den Astrophysiker Galileo Galilei, kombiniert mit dem englischen Wort für Eiche – Oak.
In diesem außergewöhnlichen Fass produziert Alphonse einen ebenso außergewöhnlichen Rosé namens „20.000 Pieds sous Sancerre“. Auch dies ist eine Anspielung, diesmal an die Pflanzdichte jener Parzelle, aus der die Pinot-Trauben für den Rosé stammen: 20.000 Pieds (= Rebstöcke) pro Hektar. Dritte Anspielung: Aufgrund seiner Kugelform und seines Bullauges wird das Fass gelegentlich mit dem U-Boot Nautilus aus Jules Vernes berühmtem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ verglichen.
Dass Form und Größe eines Fasses etwas mit dem Wein „machen“, demonstriert uns Alphonse am Beispiel des Sauvignon Blanc La Moussière 2023: Aus dem Barrique ist der Wein klar. Derselbe Wein aus dem 2.000 l fassenden eiförmigen Holzfass hingegen trübe, weil die Hefe ständig in Bewegung bleibt. Auch der Geschmack unterscheidet sich in merkbaren Nuancen. Deshalb, so Alphonse, sei die Assemblage (Cuvéetierung, Blending) der verschiedenen Weinpartien aus verschiedenen Fässern nach der Reife so wichtig.
Wozu eigentlich diese enorme Vielfalt an Fässern? Man merkt Alphonse an: Diese Frage wird ihm oft gestellt. Profi durch und durch, verliert er sich nicht in inhaltsarmem Small Talk, sondern kommt sofort auf den Punkt: Mit dieser Vielfalt an Fässern habe er „un maximum de paramètres“ zur Verfügung, ein Höchstmaß an Einflussgrößen. Und außerdem, er sagt dies auf Englisch: „I like to blend.“ Er liebe es einfach, verschiedene Weinpartien zu cuvéetieren und stellt unmissverständlich klar: Trotz der vielen Fässer sei das Holz für ihn „kein geschmackgebendes Medium“, er verabreiche „Holz stets nur in kleinen Dosen, um dem Wein zusätzlich Seele einzuhauchen.“
Das wohl einzigartige, aufwendige Fassmanagement von Mellot „komplex“ zu nennen, wäre eine glatte Untertreibung. Er ist ein detailverliebter Perfektionist, ein begnadeter Tüftler, unermüdlicher Voraus- und Nachdenker über die Frage: Welcher Wein entwickelt sich in welchen Fässern am besten? Schon bei der Ernte, sagt seine Frau Hélène, wisse ihr Mann genau, welche Traubenpartie in welches Fass komme. Spätestens bei der Gärung habe er die Zusammenstellung der Cuvée im Kopf, um den Charakter des Terroirs und des Jahrgangs im jeweiligen Sauvignon Blanc oder Pinot Noir optimal zum Ausdruck zu bringen.
Und was passiert, wenn die Weine dann in ihren jeweils am besten geeigneten Fässern liegen? Alphonse: „Dann warten wir, was passiert.“ – In der Regel allerdings genau das, was er beabsichtigt hatte …
Die Weine von Alphonse Mellot
Um mit einer Negation zu beginnen …
Die Weine von Alphonse Mellot sind meilenweit entfernt von den üblichen, gefallsüchtigen Supermarkt-Sancerres. So bietet der Sauvignon keine vordergründigen, knalligen Aromen von weißen Johannis- und Stachelbeeren, Kiwis, frisch gemähtem Gras oder grünem Paprika – auch keinen Duft nach „Pipi de Chat“.
… und mit einer Lobpreisung fortzufahren
Mellot führt bei der Weinproduktion eine feine Klinge. Es sind daher zurückhaltende, delikate, feinsinnige, finessenreiche und elegante Weine, die seinen Keller verlassen, terroirgeprägt und sehr mineralisch, die Sauvignons bisweilen sogar ein wenig „salzig“. Mellot-Weine bieten Spannung und Frische, machen auch bei höheren Alkoholwerten – bei Pinot Noir bis zu 14,5 % – den Gaumen nicht müde.
Dem Winzer sind Präzision und Klarheit, Harmonie und Balance ebenso wichtig wie fein herausgearbeitete Aromen und gut eingebundenes, wohldosiertes Holz. Ganz oben steht die Expression des jeweiligen Herkunftsterroirs. Und, last but not least: Alle Mellot-Weine sind hervorragende, vielseitige Speisenbegleiter!