Jung - Wild - Natürlich: Jung-Winzer Talent Julia Schittler ist NEU bei MASTERWEN

26. April 2024 News

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Chardonnay trocken 2022
NEU

Es war ein kalter, grauer Tag im Februar, als wir zu unserem Termin mit Julia Schittler in Zornheim ankamen. Das kleine Dorf unweit von Mainz war uns bis dato unbekannt, ebenso wie das Weingut Schittler-Becker am Ortsausgang. Zwei Autos mit Kennzeichen deutlich außerhalb von Mainz standen vor der Probierstube, was wir als gutes Zeichen werteten. Die Besitzer der Fahrzeuge kamen aus der Probierstube und hatten offensichtlich Bestellungen abgegeben, die nun gepackt werden mussten. Mutter Simone meinte, Julia käme sicher gleich und schickte uns in die altdeutsche Probierstube.

Dort schien die Zeit seit den 80ern stehen geblieben: Eiche rustikal allerorten, es war ziemlich kalt, aber das schien dem Vater und ein paar befreundeten Kunden nichts auszumachen. In die Gläser wurde gut eingeschenkt, die Weinprobe lief ab, ohne dass jemand spuckte. Fragend schauten wir uns an und dachten, wir sind hier am falschen Platz. Dazu muss man erläutern, dass es hier zwei Weingüter gibt. Das "Vereinigte Weingut Schittler & Becker" entstand aus der Zusammenlegung zweier Familienbetriebe, die Vater und Mutter leiten, und dann Julias eigenes Weingut Julia Schittler. Mutter Simone vertröstete uns 20 Minuten später mit großer Herzlichkeit, dass Julia sicher bald kommen werde.

Und dann kam SIE! Endlich! Wir hatten bis dahin nur telefonischen Kontakt. Umso erfreulicher war das erste persönliche Treffen. Die junge Dame - voller Energie und ein wenig abgehetzt, weil sie noch die Arbeit im 15 Minuten entfernten Weinkeller in Weinolsheim abschließen musste - hatte ein wenig schlechtes Gewissen ob der Wartezeit. Also probierten wir ein paar Weine aus dem elterlichen Weingut, die uns wenig beeindruckten. Aber Julia kümmerte das wenig, denn sie wollte uns erst einmal die Weinberge im Zornheimer Berg zeigen, und dann den Betrieb in Weinolsheim. Also ab in den VW-Bus, der halt so aussah wie ein viel im Außenbetrieb eingesetztes Nutzfahrzeug aussehen muss.

Blick auf den Guldenmorgen im Zornheimer Berg

Spätestens wenn man oben an der Kante des Zornheimer Berges steht, der nach Süden abfällt, mit seinen rollenden Hügeln zu Füßen, ist man sprachlos. Trotz schlechter Witterung waren wir von dieser Szenerie gefangen genommen. Die Rebanlagen im Guldenmorgen und drumherum waren super gepflegt und erkennbar bestes Terroir. Das machte uns Mut, und Appetit auf die Weine, die aus diesem beeindruckenden Land hervorgehen.

Die Kellerei war nun wirklich nicht aufgeräumt und auf Hochglanz poliert, wie man es für den Empfang von wichtigen Besuchern und potenziellen Kunden erwarten könnte. Alles etwas chaotisch, definitiv ein Keller, in dem gearbeitet wurde. Julia's jüngerer Bruder Dominik empfing uns und wir verkosteten von diversen Tanks die ersten, noch sehr jungen Rebsortenweine. Wir nahmen alles sehr genau unter die Lupe, verkosteten insbesondere auch die noch im Holzfass liegenden 2022er Weine, die demnächst gefüllt werden sollten. Eine Offenbarung: Jetzt zeigte sich erstmals auch anhand der Weine, welches Potenzial hier schlummert!